
Frauen und Mädchen in MINT
Frauen und Mädchen sind in vielen MINT-Bereichen nach wie vor unterrepräsentiert. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Praxisbeispiele, dass gezielte Förderung, passende Lernangebote und starke Netzwerke einen Unterschied machen können. Auf dieser Themenseite erfahrt Ihr, welche Faktoren den Gender Gap beeinflussen, welche Maßnahmen sich bewährt haben und wie Ihr Mädchen und junge Frauen nachhaltig für MINT begeistern könnt.
1. Mädchen für MINT begeistern: Wirksame Ansätze aus der Praxis
Frauen und Mädchen für die MINT-Welt zu begeistern, ist eine Herausforderung – aber sie ist keine höhere Mathematik! Nachfolgend zeigen wir Euch, wie Ihr dies mit Hilfe von Öffentlichkeitsarbeit, pädagogischen Angeboten und der Wahl geeigneter Rolemodels erreichen könnt. Schaut Euch das Lernvideo “MINT & Gender” zur Einführung in das Thema an, bevor Ihr Euer Wissen weiter vertieft.
1.1 Mit zielgerichteter Öffentlichkeitsarbeit
Eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit trägt wesentlich dazu bei, Mädchen und junge Frauen für MINT-Angebote zu gewinnen. Entscheidend sind authentische Bildwelten, praxisnahe Beispiele und eine Ansprache, die unterschiedliche Interessen und Lebenswelten berücksichtigt. Ebenso wichtig sind sichtbare Vorbilder sowie eine Kommunikation, die zeigt: MINT bietet vielfältige Möglichkeiten und richtet sich an alle.
1.2 Mit den richtigen didaktischen Maßnahmen, passenden Bildungsangeboten & Mentoring
MINT-Lehrkräfte und -Pädagog:innen können durch gezielte Inhalte, Didaktik und Methodik das Interesse von Mädchen und Frauen an MINT-Themen nachhaltig wecken.
In einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 haben die Wissenschaftler:innen Happe, Buhnova, Koziolek und Wagner beispielsweise für den Informatikunterricht und Computerprojekte 22 wirksame Maßnahmen identifiziert, um das Interesse von Mädchen an Informatik, Programmieren und Computern nachhaltig zu fördern. Diese lassen sich jedoch auch auf andere Fachdisziplinen übertragen.
Für einen effektiven Einstieg in die Computerwelt für Mädchen wird hier zum Beispiel empfohlen, speziell auf sie zugeschnittene digitale Spiele und Kunstprojekte einzusetzen. Es ist hilfreich, anfangs visuelle Programmierumgebungen zu verwenden, um das Programmieren attraktiver zu gestalten. Zudem sollten Lernumgebungen ohne Wettbewerb geschaffen werden, um hierarchische Strukturen zu vermeiden und stattdessen Kooperation zu fördern. Die hier vorgestellten Maßnahmen sind jedoch nur Ausschnitte aus den Ergebnissen der Übersichtsarbeit. Mehr zum Thema erfahrt Ihr im Video “Wie können Mädchen für Informatik begeistert werden?”.
Es gibt bereits Mädchen, die an Euren MINT-Bildungsprojekten interessiert sind? Super! Nun kann ein gut gestaltetes Mentoring oder eine geschlechtssensible Berufs- und Studienorientierung helfen, das Interesse der Mädchen nachhaltig zu fördern – im besten Fall bis nach der Schulzeit und darüber hinaus. Neben einzelnen Bildungsangeboten spielt auch die Zusammenarbeit verschiedener Akteur:innen eine wichtige Rolle. Erfolgreiche Förderprogramme zeigen, dass eine gute Vernetzung zwischen Schulen, außerschulischen Lernorten, Unternehmen und Initiativen Mädchen langfristig beim Einstieg in MINT unterstützen kann.
Bildet Euch mit den passenden Lernangeboten zu diesen Themen weiter.
1.3 Mit der Stärke geeigneter Rolemodels
Ob in der Öffentlichkeitsarbeit oder bei der Durchführung von MINT-Unterricht und außerschulischen MINT-Bildungsprojekten – das Zeigen von Vorbildern und Rollenmodellen führt bei Mädchen und Frauen zu positiven Effekten. Aber wusstet Ihr, dass die Wahl von ungeeigneten Rollenmodellen auch negative Effekte hervorrufen kann?
Frauen, die nicht dem konventionellen Bild entsprechen, werden von einigen Mädchen und jungen Frauen oft als Ausnahmen wahrgenommen und nicht als typische Vertreterinnen ihrer Geschlechtsgruppe gesehen. So entsteht bei den Mädchen der Eindruck, dass erfolgreiche Frauen in MINT-Feldern „nicht normal“ sind und sie persönlich nichts mit ihnen gemein haben. Dies kann dazu führen, dass der gewünschte positive Einfluss durch solche Rollenmodelle ausbleibt und sogar ein negativer Effekt entsteht. Um dies zu verhindern, ist es sinnvoll, eine breite Palette an Vorbildern zu präsentieren. Dazu gehören nicht nur erfolgreiche Frauen in MINT-Berufen, sondern auch gleichaltrige Mädchen, die sich für MINT interessieren. In unserem Lernangebot erfahrt Ihr, was Ihr in Bezug auf Rollenmodelle beachten solltet.
P.S.: Unsere Lieblingsvorbilder sind übrigens Ada Lovelace, Chien-Shiung Wu und Marie Curie.



2. Hintergründe verstehen: Warum Frauen in MINT noch unterrepräsentiert sind
Obwohl Mädchen in der Schule vergleichbare Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften erzielen, entscheiden sich deutlich weniger Frauen für ein MINT-Studium oder einen technischen Beruf. Im Studium hat sich der Frauenanteil in den letzten Jahren zwar auf rund ein Drittel erhöht – in der beruflichen Ausbildung ist dagegen nach wie vor nur etwa jede achte Person weiblich. Die Gründe dafür sind vielfältig und relativ gut erforscht: gesellschaftliche Rollenbilder, fehlende Vorbilder, stereotype Erwartungen oder strukturelle Barrieren entlang des Bildungswegs. Solche Forschungsergebnisse helfen dabei, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und draus wirksame Maßnahmen abzuleiten.
Die folgenden Lernangebote bereiten diese Erkenntnisse praxisnah auf und zeigen unter anderem, welche Ansätze sich in der Praxis bewährt haben.
3.Gemeinsam mehr erreichen: Netzwerke, Best Practices und Austausch
Erfolgreiche MINT-Förderung entsteht selten allein. Netzwerke, Mentoring-Programme, Stipendien und Initiativen unterstützen Mädchen und Frauen dabei, ihren eigenen Weg in die MINT-Welt zu finden. Entdeckt bewährte Angebote, tauscht Euch mit anderen aus und lasst Euch von erfolgreichen Praxisbeispielen inspirieren.
Stipendien Studium

Academics – MNT-Stipendien im Überblick
Academics – MNT-Stipendien im Überblick

Studydrive
Stipendien für Naturwissenschaftler:innen

Claussen-Simon-Stiftung
Claussen-Simon-Stiftung B-MINT
Stipendien Handwerk

Kölner Handwerks-Stipendium
Kölner Handwerks-Stipendium
(2024 bereits vergeben, in 2025 wird es eine neue Bewerbungsmöglichkeit geben)
Interessante Initiativen

Cybermentor
https://www.cybermentorin.de/index.php/de

Girls’Day
https://www.girls-day.de

#empowerGirl
https://empowergirl.de/

mint:pink – Mädchenförderung
www.nat.hamburg/schwerpunkte/maedchenfoerderung/mint-pink)

Klischeefrei – Initiative zur Berufs- und Studienwahl
https://www.klischee-frei.de/de/index.php

Ada-Lovelace-Projekt
https://ada-lovelace.de

Komm mach MINT
www.komm-mach-mint.de/komm-mach-mint

