Frauen und Mädchen sind in vielen MINT-Bereichen nach wie vor unterrepräsentiert. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Praxisbeispiele, dass gezielte Förderung, passende Lernangebote und starke Netzwerke einen Unterschied machen können. Auf dieser Themenseite erfahrt Ihr, welche Faktoren den Gender Gap beeinflussen, welche Maßnahmen sich bewährt haben und wie Ihr Mädchen und junge Frauen nachhaltig für MINT begeistern könnt.

6 Min. Lesezeit

3 Kapitel

Aktualisiert Sep. 2026

Mädchen für MINT begeistern

Wirksame Ansätze aus der Praxis

„MINT & GENDER“ – warum Vielfalt in MINT zählt

Eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit trägt wesentlich dazu bei, Mädchen und junge Frauen für MINT-Angebote zu gewinnen. Entscheidend sind authentische Bildwelten, praxisnahe Beispiele und eine Ansprache, die unterschiedliche Interessen und Lebenswelten berücksichtigt. Ebenso wichtig sind sichtbare Vorbilder sowie eine Kommunikation, die zeigt: MINT bietet vielfältige Möglichkeiten und richtet sich an alle.

  • Eine Person mit kurzen roten Haaren und einer orangefarbenen Jacke gestikuliert beim Sprechen und steht vor einem violetten Hintergrund mit Sprechblasen-Symbolen und gelben gepunkteten Linien.

    MINTvernetzt – Teilbereich MINT & Gender
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  • Jana Heiberger
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MINT-Lehrkräfte und -Pädagog:innen können durch gezielte Inhalte, Didaktik und Methodik das Interesse von Mädchen und Frauen an MINT-Themen nachhaltig wecken. 

In einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 haben die Wissenschaftler:innen Happe, Buhnova, Koziolek und Wagner beispielsweise für den Informatikunterricht und Computerprojekte 22 wirksame Maßnahmen identifiziert, um das Interesse von Mädchen an Informatik, Programmieren und Computern nachhaltig zu fördern. Diese lassen sich jedoch auch auf andere Fachdisziplinen übertragen.  

Für einen effektiven Einstieg in die Computerwelt für Mädchen wird hier zum Beispiel empfohlen, speziell auf sie zugeschnittene digitale Spiele und Kunstprojekte einzusetzen. Es ist hilfreich, anfangs visuelle Programmierumgebungen zu verwenden, um das Programmieren attraktiver zu gestalten. Zudem sollten Lernumgebungen ohne Wettbewerb geschaffen werden, um hierarchische Strukturen zu vermeiden und stattdessen Kooperation zu fördern. Die hier vorgestellten Maßnahmen sind jedoch nur Ausschnitte aus den Ergebnissen der Übersichtsarbeit. Mehr zum Thema erfahrt Ihr im Video “Wie können Mädchen für Informatik begeistert werden?”.  

Es gibt bereits Mädchen, die an Euren MINT-Bildungsprojekten interessiert sind? Super! Nun kann ein gut gestaltetes Mentoring oder eine geschlechtssensible Berufs- und Studienorientierung helfen, das Interesse der Mädchen nachhaltig zu fördern – im besten Fall bis nach der Schulzeit und darüber hinaus. Neben einzelnen Bildungsangeboten spielt auch die Zusammenarbeit verschiedener Akteur:innen eine wichtige Rolle. Erfolgreiche Förderprogramme zeigen, dass eine gute Vernetzung zwischen Schulen, außerschulischen Lernorten, Unternehmen und Initiativen Mädchen langfristig beim Einstieg in MINT unterstützen kann. 

Bildet Euch mit den passenden Lernangeboten zu diesen Themen weiter.

Ob in der Öffentlichkeitsarbeit oder bei der Durchführung von MINT-Unterricht und außerschulischen MINT-Bildungsprojekten – das Zeigen von Vorbildern und Rollenmodellen führt bei Mädchen und Frauen zu positiven Effekten. Aber wusstet Ihr, dass die Wahl von ungeeigneten Rollenmodellen auch negative Effekte hervorrufen kann?  

Frauen, die nicht dem konventionellen Bild entsprechen, werden von einigen Mädchen und jungen Frauen oft als Ausnahmen wahrgenommen und nicht als typische Vertreterinnen ihrer Geschlechtsgruppe gesehen. So entsteht bei den Mädchen der Eindruck, dass erfolgreiche Frauen in MINT-Feldern „nicht normal“ sind und sie persönlich nichts mit ihnen gemein haben. Dies kann dazu führen, dass der gewünschte positive Einfluss durch solche Rollenmodelle ausbleibt und sogar ein negativer Effekt entsteht. Um dies zu verhindern, ist es sinnvoll, eine breite Palette an Vorbildern zu präsentieren. Dazu gehören nicht nur erfolgreiche Frauen in MINT-Berufen, sondern auch gleichaltrige Mädchen, die sich für MINT interessieren. In unserem Lernangebot erfahrt Ihr, was Ihr in Bezug auf Rollenmodelle beachten solltet. 

  • Eine Person mit kurzen braunen Haaren und einer roten Jacke steht vor einem rosa Hintergrund, um den herum große und kleine weiß-lila Fragezeichen schweben.

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P.S.: Unsere Lieblingsvorbilder sind übrigens Ada Lovelace, Chien-Shiung Wu und Marie Curie. 

Chien-Shiung Wu

Ada Lovelace

Pionierin der

Programmierung

Marie Curie

Zweifache Nobelpreisträgerin

Hintergründe verstehen

Warum Frauen in MINT noch unterrepräsentiert sind

Obwohl Mädchen in der Schule vergleichbare Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften erzielen, entscheiden sich deutlich weniger Frauen für ein MINT-Studium oder einen technischen Beruf. Im Studium hat sich der Frauenanteil in den letzten Jahren zwar auf rund ein Drittel erhöht – in der beruflichen Ausbildung ist dagegen nach wie vor nur etwa jede achte Person weiblich. Die Gründe dafür sind vielfältig und relativ gut erforscht: gesellschaftliche Rollenbilder, fehlende Vorbilder, stereotype Erwartungen oder strukturelle Barrieren entlang des Bildungswegs. Solche Forschungsergebnisse helfen dabei, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und draus wirksame Maßnahmen abzuleiten. 

Die folgenden Lernangebote bereiten diese Erkenntnisse praxisnah auf und zeigen unter anderem, welche Ansätze sich in der Praxis bewährt haben.

  • MINTvernetzt – Teilbereich MINT & Gender
    Studien & Praxistipps
  • Katharina Brunner
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Erfolgreich mit MINT-Föderung

Netzwerke, Stipendien und Austausch

Erfolgreiche MINT-Förderung entsteht selten allein. Netzwerke, Mentoring-Programme, Stipendien und Initiativen unterstützen Mädchen und Frauen dabei, ihren eigenen Weg in die MINT-Welt zu finden. Entdeckt bewährte Angebote, tauscht Euch mit anderen aus und lasst Euch von erfolgreichen Praxisbeispielen inspirieren.

Stipendien – Studium

Zwei junge Frauen gehen lachend vor einer Backsteinmauer. Eine hat kurze Haare, trägt ein bauchfreies Top und Jeans und trägt einen Rucksack. Die andere hat lange Haare, trägt eine leichte Jacke und hält einen Laptop und einige Bücher in der Hand. Beide scheinen in ein fröhliches Gespräch vertieft zu sein.

MNT-Stipendien im Überblick

Eine Frau im Laborkittel und mit Schutzbrille schaut in einem Labor durch ein Mikroskop. Im Hintergrund arbeitet ein Mann im Laborkittel mit Laborgeräten. Der Arbeitsbereich ist hell und mit verschiedenen wissenschaftlichen Instrumenten und Glaswaren gefüllt.

Für Naturwissenschaftler

Förderprogramm B-MINT

Stipendien – Handwerk

Bunte Plastikspielsteine, darunter rot, gelb, grün, blau, violett und schwarz, werden auf einem verbundenen Netzwerkdiagramm platziert. Das Diagramm besteht aus Linien und Knoten, die Verbindungen oder Beziehungen suggerieren und möglicherweise ein soziales Netzwerk oder ein Strategiespiel darstellen.

Förderung begabter Auszubildender & Fachkräfte

Ein junger Mensch mit lockigem Haar und Brille steht im Freien und hält einen roten Ordner und Bücher in der Hand. Er trägt ein gelbes Hemd und hell gewaschene Jeans. Im Hintergrund ist ein historisches Gebäude zu sehen und die Sonne scheint.

Neue Bewerbungsrunde

Interessante Initiativen

Drei Frauen sitzen auf einem hellgrauen Sofa, jede mit einem Laptop. Die Frau links hat lange braune Haare, eine Brille und einen schwarzen Blazer. Die Frau in der Mitte hat ein schwarz-weiß gestreiftes Hemd. Die Frau rechts trägt eine Mütze und eine schwarze Jacke mit rotem Ärmel.

Online-Mentoring

Zwei junge Schülerinnen stehen vor einer Tafel voller mathematischer Formeln und Diagramme. Beide lächeln, tragen Rucksäcke und sind leger gekleidet. Die Schülerin links trägt einen orangefarbenen Kapuzenpullover, während die Schülerin rechts eine weiße Bluse und ein graues Kleid trägt.

Mädchen-Zukunftstag

Eine Person mit langen Haaren steht drinnen, lächelt, hält ein rosa Notizbuch und trägt Kopfhörer um den Hals. Sie trägt ein grün kariertes Hemd und einen blau gepunkteten Rucksack. Im Hintergrund sind Holzpaneele zu sehen.

Empowerment für Frauen

Ein junges Mädchen in einem orangefarbenen Kleid schaut durch ein Mikroskop auf einem mit Büchern, einem Zauberwürfel und Laborgeräten vollgestopften Tisch. Hinter ihr ist eine Tafel mit Haftnotizen und eine Wand mit verschiedenen wissenschaftlichen Diagrammen und Zeichnungen.

Mädchenförderung

Eine Frau steht hinter einem jungen Mädchen. Beide konzentrieren sich auf den Laptop-Bildschirm vor ihnen. Die Frau führt die Hände des Mädchens sanft über die Tastatur und es scheint, als würden sie zusammenarbeiten. Sie befinden sich in einem gut beleuchteten Raum mit Vorhängen im Hintergrund.

Mentoring-Netzwerk

MNT-Stipendien im Überblick

Drei Frauen sind in einem hellen Raum versammelt. Sie sitzen auf einem Sofa, betrachten Dokumente und diskutieren angeregt etwas. Eine Frau hält einen Stift in der Hand und scheint etwas auf dem Papier zu erklären oder darauf hinzuweisen.

Initiative

Ihr seid die Community und ihr macht den MINT-Campus lebendig. Bringt Eure Ideen; Materialien und Vorbilder ein.