Neurodiversität als Chance: Gestaltung inklusiver Lernumgebungen

Die Bedeutung der Neurodiversität in der Bildung wird immer deutlicher. Unter dem Motto „Neurodiversität als Chance“ stellen wir Euch Tipps und Ressourcen an die Hand, die sich gezielt an Lehrkräfte, Bildungsfachkräfte und MINT-Koordinator:innen richten. Im Mittelpunkt stehen praktische Ansätze und Strategien zur Schaffung neuroinklusiver Lernumgebungen, die die individuellen Stärken neurodivergenter Lernender fördern.

Warum Neurodiversität wichtig ist

Neurodiversität umfasst die natürliche Vielfalt neurologischer Unterschiede, wie Dyslexie, Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Diese Unterschiede beeinflussen, wie Menschen denken, lernen und handeln. Ein inklusiver Bildungsansatz, der diese Vielfalt anerkennt und fördert, kann nicht nur Barrieren abbauen, sondern auch das Potenzial jedes einzelnen Lernenden maximieren.

Neurodiversität als Chance

Wie kann das Bewusstsein für die Bedürfnisse neurodivergenter Personen geschärft werden und welche konkreten Werkzeuge gibt es, für die praktische Umsetzung neuroinklusiver Bildungsangebote?

1. Mitigation – Barrieren abbauen

Ein zentraler Punkt ist die Identifikation und Beseitigung von Barrieren, die neurodivergente Lernende am erfolgreichen Lernen hindern. Dazu gehören:

  • Reduzierung der Textlast: Verwendet klare, kurze Anweisungen und visualisiert zentrale Inhalte durch Grafiken und Symbole.
  • Wiederholung und Überprüfung: Stellt sicher, dass Anweisungen wiederholt und überprüft werden, um das Verständnis zu fördern.
  • Multisensorische Ansätze: Integriert visuelle, auditive und kinästhetische Elemente, um verschiedene Lernkanäle anzusprechen​​​​.

2. Empowerment – Stärken nutzen

Wie können die einzigartigen Stärken neurodivergenter Lernender genutzt werden?

  • Visualisierung fördern: Nutzt Diagramme, Infografiken und andere visuelle Hilfsmittel, um komplexe Konzepte verständlich zu machen.
  • Holistisches Denken unterstützen: Ermutigt Lernende, Verbindungen zwischen verschiedenen Themenbereichen zu erkennen und kreative Problemlösungsansätze zu entwickeln.
  • Aktive Lernmethoden einsetzen: Fördert interaktives und spielerisches Lernen, um das Engagement zu steigern​​​​.

3. Awareness – Bewusstsein schaffen

Langfristiger Erfolg in der Neuroinklusion erfordert kontinuierliche Sensibilisierung und Fortbildung:

  • Empathisches Zuhören: Entwickelt ein tiefes Verständnis für die individuellen Bedürfnisse und Perspektiven neurodivergenter Lernender.
  • Kontinuierliche Weiterbildung: Bietet regelmäßige Schulungen an, um Lehrkräfte und Bildungsfachkräfte auf dem neuesten Stand der Forschung und Praxis zu halten.
  • Selbstreflexion fördern: Ermutigt Lehrkräfte, ihre eigenen Vorurteile und Annahmen zu hinterfragen, um eine offenere und unterstützendere Lernumgebung zu schaffen​​​​.

Praktische Checklisten und Ressourcen

Wir möchten Euch zwei großartige Lernangebote vorstellen, die Euch dabei helfen, neuroinklusives Lernen zu gestalten und Neurodiversität bei Eurer Arbeit zu integrieren. In unseren Kursen „MINT-Inhalte mit Sketchnotes visualisieren“ und „Mit Dialogen junge Menschen beim Forschen begleiten“ erfahrt Ihr, wie Ihr diese wichtigen Aspekte in der Praxis umsetzen könnt.

Zudem findet Ihr untenstehend umfangreiche Checklisten und Materialien, die konkrete Tipps und Tricks für die Gestaltung digitaler Lernangebote enthalten. Diese Checklisten helfen dabei, Lerninhalte so zu strukturieren, dass sie den Bedürfnissen neurodivergenter Lernender gerecht werden.

Neurodiversität Claudia Lemke Impuls